
Neue Farbgebung für das THW
Seit Jahren ist das Technische Hilfswerk, die Katastrophenschutzeinrichtung des Bundes,
bekannt für seine Fahrzeuge in Ultramarinblau - doch dies könnte sich schon bald ändern.
Nachdem in den letzten Jahren begonnen wurde, Fahrzeuge der Polizei und Bundespolizei in Deutschland im Rahmen einer "gesamteuropäischen Harmonisierung" statt im bewährten grünen Farbton neuerdings in Blau zu gestalten, besteht nach Ansicht der Bundesanstalt THW langfristig die Gefahr einer Verwechslung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte mit den Beamten und Beamtinnen der Polizei.
Um dem entgegenzuwirken wurde ein Fachgremium ins Leben gerufen, das die Möglichkeiten einer neuen Farbgebung für das THW ergebnisoffen diskutieren sollte. Nach mehreren Workshops konnten die Fachleute aus Ehrenamt sowie Landesverbänden und Leitung nun im vergangenen Monat ein erstes Zwischenergebnis präsentieren:
Fünf Farbtöne wurden identifiziert, die Verwechslungsgefahren mit anderen Organisationen minimieren
und damit für das zukünftige "neue" THW in Frage kommen -
es handelt sich dabei um die Farbtöne Schwefelgelb (RAL 1016), Tieforange (RAL 2011), Signalviolett (RAL 4008),
Maigrün (RAL 6017) sowie Rehbraun (RAL 8007), zu sehen im Schaubild rechts.
In einem zweiten Schritt sollen diese Farbtöne nun im THW-Alltag einem Test unterzogen werden. Hierzu wurde der Ortsverband Vlotho als Versuchs-Ortsverband für den Farbton Signalviolett ausgewählt. Als erstes Fahrzeug wurde der LKW mit Ladekran, das Einsatzfahrzeug der örtlichen Fachgruppe Wassergefahren, umlackiert und konnte am vergangenen Montag erstmals von den Führungskräften begutachtet werden.
"Die Farbe ist gewöhnungsbedürftig. Es wäre besser gewesen, zunächst einen MTW neu zu lackieren,"
meint der Vlothoer Ortsbeauftragte Richard Brüll.
"Dann hätte man ein blaues Polizeifahrzeug gleicher Größe daneben stellen und so direkt vergleichen können."
Nach seiner Aussage hat man aber eine Farbe gewählt, die von keiner anderen Organisation jemals benutzt wurde.
Mit der neuen Einsatzbekleidung kann er sich nicht richtig anfreunden. "Es tut den Augen ein bisschen weh. Aber bisher wurde nur ein Prototyp des Anzugs gefertigt und es ist noch keine endgültige Entscheidung über eine neue Farbe getroffen," meinte Richard Brüll nach der Anprobe des neuen Einsatzanzuges.
Über eine neue Farbe des Ausgehanzuges wollte er nicht spekulieren: "An die unterschiedlichen Blautöne von Hose, Jacke und Krawatte habe ich mich in den letzten 30 Jahren gewöhnt. Die möchte ich auch noch weitere zehn Jahre tragen."